November 2025 Wien stand schon länger auf unserer Liste. Wir haben in sehr jungen Jahren mal eine klassische Städtereise in die Österreichische Hauptstadt gemacht und waren noch ein zweites Mal für 2 oder 3 Nächte dort, als wir mit dem Motorrad unterwegs waren. Durch viele Termine und Verpflichtungen, die wir zu Hause hatten, hat sich der Reisestart allerdings ein paar Mal nach hinten verschoben, so dass wir am Ende sogar bewusst noch etwas später losgefahren sind, damit wir den Weihnachtsmarkt in Wien besuchen können. Natürlich sind wir nicht in einem Stück, sondern mit Zwischenstationen nach Wien gereist. Aber lest doch selber... 17. November 2025 - Wangen im AllgäuUnsere Fahrt führte uns von Luzern über die Route Zürich, Winterthur, St. Gallen östlich am Bodensee vorbei über Bregenz, Lindau nach Wangen im Allgäu auf den gemeindeeigenen Wohnmobilstellplatz. Diesen Stellplatz haben wir auch schon mal besucht, weshalb wir wussten, was uns erwartet. Auf der ersten Reise sind wir einige Tage geblieben, das Wetter war damals aber schön und warm. Im Gegensatz zu jetzt. Es ist herbstlich kühl und regnerisch, was uns aber nicht daran gehindert hat, in den Bus zu steigen, der direkt am Stellplatz in die Altstadt fährt. Auch in Wangen im Allgäu wäre etwas los gewesen, hätte das Wetter besser mitgespielt. Sowohl an der "Chilbi" als auch am Wochenmarkt war leider nicht viel los. Im Laufe des Nachmittags haben sich die Wolken etwas gelichtet und die Sonne kam durch. Und mit dem schöneren Wetter kamen dann auch vereinzelt ein paar Passanten in die Stadt. Wir haben es trotzdem genossen, sind draussen eingekehrt und haben am Stand gegenüber feines Magenbrot gekauft. 18. November 2025 - ÜberseeNach einer ruhigen, aber ziemlich kalten Nacht haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir haben in Übersee, nahe dem Chiemsee eine tollen Stellplatz auf einem Bauernhof gefunden. Für die rund 260 km brauchten wir ungefähr drei Stunden, so dass wir am frühen Nachmittag auf dem Stellplatz angekommen sind. Der Platz ist ganz neu angelegt worden und gemäss Betreiberin im Sommer immer ausgebucht. Aktuell waren wir allerdings die einzigen Gäste. Die Region ist bekannt für tolle Wanderwege, man kann hervorragend Radfahren und der nahe Chiemsee ist ein Hotspot für Wasserratten. Der gesamte Stellplatz gehört uns ganz allein. So haben wir am Nachmittag die letzten wärmenden Sonnenstrahlen genossen, sind dann aber nach Sonnenuntergang ins warme Fahrzeug verschwunden. Die Heizung hat gut gearbeitet, was auch nötig war. Die Nacht war bitterkalt und das Kondenswasser des Heizungskamins aussen am Auto, war am Morgen gefroren... 19. bis 23. November - WienWir verlassen das eiskalte Übersee und machen uns auf den Weg nach Wien. Rund vier Stunden Fahrt liegen vor uns. Das Wetter ist gut, trocken und teilweise scheint sogar die Sonne. Die Temperaturen sind aber auch tagsüber nahe am Gefrierpunkt. Den Stellplatz am Stadtrand von Wien haben wir bereits vor einigen Tagen von der Schweiz aus reserviert. Somit verläuft unser Fahrt stressfrei, da wir sicher sind, dass wir einen tollen Platz haben werden für unseren Wienaufenthalt. Südöstlich von Wien liegt der Wohnmobilstellplatz direkt an der U-Bahnstation Perfektastrasse. Die Infrastruktur ist perfekt und lässt keine Wünsche offen. Es ist noch immer bitterkalt und zudem noch windig. Aber der Sonnenuntergang am ersten Abend lässt uns gut und glücklich schlafen, voller Vorfreude auf die Stadt Wien. Unser Touri-Programm in Wien: Mit der U-Bahn zum Stephansplatz und erst mal draussen unter der Wärmelampe Kaffee und Gipfeli mit Blick auf den Stephansdom geniessen. Danach relativ zügig zu H&M. Wir brauchen warme Kappen, denn es ist wirklich kalt und wir haben keine Kappen dabei (tragen wir ja sonst auch nie...). Rund um den Dom finden wir den ersten Weihnachtsmarkt und schlendern etwas durch die Stände. Die bekannten Fiaker stehen genau so wie schon vor hunderten von Jahren, an einer Seitenstrasse neben Dom bereit und warten auf Touristen. Unser Stadtspaziergang führt uns vorbei an vielen Läden und vielen Schweizer Markenshops wie Lindt Schokolade, Bucherer, Nespresso usw. Natürlich gehen wir in die meisten Läden auch kurz rein. Nicht in erster Linie um einzukaufen sondern um uns aufzuwärmen. Vor dem berühmten Sacher stehen die Touristen an um einen Sitzplatz im warmen zu ergattern. Wir spazieren weiter und suchen uns ein Tram, welches uns zum nächsten Weihnachtsmarkt bringt. Der Weihnachtsmarkt beim Burgtheater ist riesig und wunderschön. Viele Waren- und Essenstände lassen vermutlich keine Wünsche offen. Zudem gibt es ein riesengrosses Eisfeld. Die Preise für die Schlittschuhmiete und der Eintritt sind einer Weltstadt würdig. Höre ich je einmal in Zukunft einen Wiener sagen, die Schweiz sei teuer, lache ich ihn vermutlich einfach aus und laufe davon... Wir haben eine feine Wurst gegessen und uns am späteren Nachmittag auf den Weg zurück zum Stellplatz gemacht. Wäre sicher super schön am Abend, der beleuchtete Weihnachtsmarkt, aber wir waren inzwischen fast erfroren und freuten uns auf die warme Stube. Die Geschichte vom nächsten Tag in Wien ist schnell erzählt. Die Kälte hält sich hartnäckig und die Bise macht die Temperaturen gefühlt noch kälter. Deshalb war die Entscheidung schnell gefällt. Wir sind wieder mit der U-Bahn in die Altstadt gefahren und haben uns ein Ticket für die Doppeldecker Tour gekauft. Zwei der drei Linien sind wir in den nächsten Stunden gefahren. Ausgestiegen sind wir nie. Nicht mal um zu fotografieren. Im schön geheizten Bus hat es uns gut gefallen, war eine gute Idee. Der Naschmarkt in Wien ist etwas ganz spezielles und gehört für uns in Zukunft bei jedem Wienbesuch zum Pflichtprogramm. Auf der einen Seite sind mehrheitlich Stände mit Lebensmitteln aus aller Welt. Praktisch an jedem der Stände wird dem Besucher etwas zum probieren, also zum Naschen angeboten. Auf der anderen Seite reiht sich dann ein Restaurant ans Andere. Da das Wetter heute wirklich sonnig ist und die Restaurants alle Heizstrahler in ungeahnter Anzahl in Betrieb haben, gab es für uns ein oder zwei Aperöli... Die Nacht auf dem Stellplatz war, habe ich es schon mal erwähnt? KALT. Am Morgen war der Stellplatz sogar leicht mit Schnee bedeckt. Die Idee wäre es eigentlich gewesen, wieder in zwei oder drei Etappen nach Hause zu fahren. Der Wetterbericht ist für gewisse Teile der Strecke allerdings nicht so toll. Und im Schneegestöber zu fahren muss für uns nicht sein, wenn wir es umgehen können. So entscheiden wir, noch einen Tag zu bleiben, das Schönwetterfenster zu nutzen, welches die Wetterpropheten voraussagen und danach mit nur einer Übernachtung in Augsburg nach Hause zu fahren. Den Tag verbringen wir im Wohnmobil, gehen im nahen Supermarkt einkaufen, machen das Auto für die Weiterfahrt bereit, gönnen uns bei Sissi, resp. Franzl eine gemütliche und ausgiebige warme Dusche und schauen nach dem Nachtessen noch etwas in den TV. 24. bis 25. November 2025 - AugsburgWir verlassen Wien am Vormittag und fahren die für uns eher lange Strecke nach Augsburg. Es sind rund 480 km und wir sind so um die 6 Stunden unterwegs. Die Wetterpropheten haben Recht behalten und wir haben schönes und trockenes Wetter, so dass es eine angenehme und kurzweilige Fahrt wird. Wir kommen am Nachmittag auf dem Stellplatz an und haben genügend Platz. Ist halt definitiv nicht Hochsaison für Camper. Gegen Abend kommt noch der eine oder andere Camper und wir sind nicht allein diese Nacht. Am nächsten Tag nehmen wir zum ersten Mal auf diesem Kurztrip die E-Bikes aus der Garage und fahren, obwohl es noch immer recht kalt ist, mit den Rädern in die Altstadt. Die Fahrt dauert nur etwa 7 Minuten und ist zum aushalten. Die Augsburger Altstadt ist, wie so viele Altstädte in Deutschland, sehr schön. Wir schlendern etwas durch die Gassen und über den Weihnachtsmarkt. Essen eine feine Wurst und kehren für einen Kaffee in einem Strassenkaffee ein. Gestaunt haben wir über die Terrorsperren, welche in Augsburg zum Einsatz kommen. Da die Trams in das Gebiet des Weihnachtsmarktes fahren und ja leider nicht von Ihren Schienen runterfahren können, müssen die Tonnenschweren Sperren fast im Minutentakt angehoben, weggefahren und wieder platziert werden. Klingt nach Schildbürgerstreich, aber mir kommt leider auch kein besseres System in den Sinn. 26. November 2025 - es geht nach HauseTrotz viel Kälte und grossem Gasverbrauch für die Heizung war es eine weitere wunderbare Reise. Zwar "nur" ein Kurztrip, aber wer sonst kann sich schon für einen Städtetrip nach Wien so viel Zeit nehmen, wenn er nur gerade vier oder fünf Wochen Ferien im Jahr hat. Wir schätzen unsere Situation sehr und freuen uns auf die nächsten Reisen mit unserem tollen Liner for Two.
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