Swiss Longhorn
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SWISS LONGHORN - Reisen im Wohnmobil


Reise 4

18/4/2025

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April - Mai 2025​
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Elsass - Schwarzwald - Allgäu

Nachdem wir länger als geplant zu Hause waren sind wir am 17. April zu unserer vierten Reise aufgebrochen. Wie immer haben wir nur eine vage Idee wohin es gehen könnte. Ostern verbringen wir im Elsass, soviel ist klar. Danach wäre geplant, die Reise in Süddeutschland fortzusetzen. Gemütlich in Richtung Bodensee/Allgäu, wo wir Mitte Mai in Aulendorf einen Termin für die Aufbau- und Dichtigkeitskontrolle haben. Mal schauen, ob der Plan so gelingt oder ob es wieder mal Routenänderungen gibt. 
17.-23. April - Vogelgrun
Wir sind am Donnerstag losgefahren und nach rund 2 Stunden Fahrzeit an unserem Ziel angekommen. Bevor wir auf den Stellplatz gefahren sind, ging es noch zum Lidl, Vorräte einkaufen. Was soll ich sagen. Da unterscheiden sich Deutsche und Franzosen nun so gar nicht von uns Schweizern. So viele Leute und prallgefüllte Einkaufswagen gibt es am Gründonnerstag vermutlich in jedem Laden dieser Welt. Ist ja auch verständlich, die Läden sind ja genau 1 Tag geschlossen. Da heisst es, sich mit Lebensmittel einzudecken... Nach dem Einkauf sind wir dann auf den Stellplatz gefahren, den wir vor knapp einer Woche bereits online reserviert haben und verbringen nun die Ostertage im Elsass. Den Stellplatz "Vogelgrun" kennen wir bereits. Er liegt an der deutsch-französischen Grenze, auf der Ile du Rhin, also am Rhein. Und wie es der Name schon sagt, auf der französichen Seite. Fährt man über die Brücke, gelangt man ins Deutsche Breisach. Von Vogelgrun nach dem bekannten Elsässer Ort Colmar sind es knapp 20 Kilometer. Wir bekommen am Freitag/Samstag dann noch Besuch von Krisi und Benno. So können wir Colmar am Samstag bequem mit dem Auto erreichen.
Camping Car Park Stellplatz "Vogelgrun", idyllisch, direkt am Rhein gelegen.
Am späteren Nachmittag treffen Krisi und Benno in Vogelgrun ein. Sie übernachten im direkt neben dem Stellplatz gelegenen Hotel. Nach einem Apero, wird ein kaltes Plättli aufgetischt - das Brot haben die beiden mitgebracht, da wir nicht sicher waren, ob am Karfreitag hier eine Bäckerei geöffnet hat oder nicht. Wir haben einen gemütlichen Abend bei guten Gesprächen bei uns im Wohnmobil verbracht. Danke für das Osternästli, ihr beiden. Mit dem hätten wir nun gar nicht gerechnet.
Pünktlich um 09.00 Uhr treffen wir die beiden vor der Stellplatzschranke. Wir haben alle gut geschlafen und so war das frühe Aufstehen kein Problem. Das Wetter zeigt sich am frühen Morgen recht garstig. Es ist so knapp 10 Grad kühl und neblig. Der Wetterbericht verspricht zwar etwas Sonne - aber im Moment... naja, schauen wir mal.
Das frühe losfahren hat sich gelohnt. Das Parkhaus Rapp, welches superzentral in Colmar liegt, hat noch genügend freie Plätze für uns. Und auch einen schönen Platz in einem Strassencafe können wir problemlos ergattern. Der Wetterbericht hatte Recht. Inzwischen scheint die Sonne und diese hat bereits am Vormittag genügend Power um draussen zu sitzen. Auf unserem ausgiebigen Bummel durch das toll geschmückte Colmar, mit seinen teils windschiefen aber super schön rausgeputzten Häusern in der Altstadt geniessen wir den tollen Frühlingstag. Zum Mittagessen gibt es traditionell einen Elsässer Flammenkuchen im Strassenrestaurant. Wir lassen uns Zeit und geniessen die Aussicht auf die tausenden vorbei flanierenden Menschen (man hört viel Schweizerdeutsch hier). Lustig in dieser Jahreszeit. Die einen tragen bereits Ärmellos und Bauchfrei, die anderen sind noch mit dem Daunenmantel unterwegs. Wir geniessen den superschönen Frühlingstag in Colmar und machen uns fürs Nachtessen wieder zurück in Richtung Vogelgrun wo wir noch gemeinsam im Hotelrestaurant, wo Krisi und Benno die letzte Nacht verbracht haben, zu Nacht essen. Die beiden machen sich dann wieder auf den Heimweg und melden nach rund 1 1/2 Stunden, dass sie gut zu Hause angekommen sind. Danke euch beiden, für den Besuch und den rüüdig schönen Tag mit euch in Colmar. Gibt es etwas besseres, als mit seinen besten Freunden Zeit zu verbringen?
Was hatten wir für ein unglaubliches Wetterglück am Samstag. Der Ostersonntag beginnt zwar sonnig, schon bald kommen aber Wolken auf und die Sonne sehen wir an diesem Sonntag dann nur für zwei, drei kurze Momente. Es ist zu kühl um draussen zu sitzen und zudem regnet es ab und zu ganz leicht. Ich fahre noch kurz über die Brücke zur Bäckerei, hole Croissant und ein Brot für das Nachtessen - es gibt heute kein Osterlamm sondern die Reste vom kalten Plättli. Wir fahren noch auf die Entsorgung, Tanks entleeren und Wasser füllen. Einen kleinen Defekt haben wir auch noch. Die Pumpe, welche unsere Toilettenkassette in den grossen Tank umpumpen soll funktioniert zwar, pumpt aber eben nichts um. Kein grosses Problem, die Kassette kann gut auch manuell geleert werden. Mal schauen, ob es beim nächsten Versuch wieder klappt. Ansonsten ist halt Handarbeit angesagt. Den Rest vom Sonntag verbringen wir gemütlich im Homedress auf dem Sofa. ​
Der Ostermontag beginnt so, wie der Sonntag aufgehört hat. Trüb und regnerisch. Den Vormittag verbringen demzufolge gemütlich im warmen Auto. Am Nachmittag nutzten wir einen der sonnigen Abschnitte für eine kurze Fahrt mit dem Rad nach Breisach. Die Sitzbank im Strassenkaffee ist wie für uns gemacht und wartet nur darauf, dass wir uns niederlassen und einen Kaffee bei schönstem Sonnenschein bestellen und geniessen. Die Sonne hat unheimlich Kraft. Eben noch in der leichten Daunenjacke, muss man jetzt sogar die Ärmel hochkrempeln. Danach gehts, noch vor dem nächsten Regenschauer, zurück ins Wohnmobil, Servette:FCL schauen. Leider verliert Luzern und der VAR mischt sich auch noch ein, so dass der wirklich schlechte Schiri Schnyder das 2:2, welches Luzern in der letzten Minute noch erzielt, nachträglich aberkennt... ​
23.-25. April - Lahr
Unsere nächste Station liegt rund 1 Autostunde weiter nördlich. Wir haben in Lahr einen Stellplatz der Gemeinde gefunden, der uns auf Google Maps einen guten Eindruck gemacht hat und der auch gute Rezensionen hat. Also machen wir uns auf und fahren durch die schöne Schwarzländer Landschaft nach Lahr. Den Stellplatz finden wir auf Anhieb. Es gibt 14 Stellplätze die parzelliert sind und wir können uns einen passenden aussuchen, denn neben uns ist nur gerade ein weiterer Camper hier (bis am Abend kommen dann noch drei weitere dazu). Es ist für uns das erste Mal, dass wir auf so einem typischen, gemeindeeigenen Stellplatz sind. Das machen sie wirklich toll hier in Deutschland. Der Platz kostet 10,- Euro pro Nacht. Die Gebühr wird ganz einfach und unkompliziert über eine Parkuhr eingezogen. Wasser und Strom kosten separat. Strom haben wir nicht eingesteckt, wir wollen jetzt endlich mal testen, was unsere Solaranlage hergibt. Von Vorteil wäre es natürlich, die Sonne würde etwas mehr aus den Wolken rausgucken. Aber es bleibt dabei - heute wird der Solar getestet. Und wenn der Strom nicht reichen sollte, gehen wir halt an den Landstrom ;-)
Der Stellplatz in Lahr. Grosszügig parzelliert. Wir geniessen nach der Ankunft die Sonne. In zwei Stunden ist wieder Regen angesagt... und der Wetterbericht hat Recht. Es regnet immer mal wieder kurz, aber nie besonders stark.
Breaking News:
Update zum Umpumpsystem der Toilette: Es funktioniert wieder. Etwas rütteln, einen Kontaktschalter etwas bewegen und das Glück des Tüchtigen. Läuft bei uns :-)
Bei der Ankunft haben wir vorerst für eine Nacht bezahlt und uns offen gehalten, ob wir noch einen zweiten Tag bleiben oder weiterfahren. Am Morgen beschliessen wir, den Tag noch hier in Lahr zu verbringen und wenn es das Wetter zulässt, mit den Rädern in die Stadt zu fahren. Nach dem Mittag, ich wollte gerade die e-Bike ausladen, beginnt es wieder leicht zu regnen. Also wieder rein in die warme Stube, Wetter App studieren und noch ein halbes Stündchen ausharren. Es sollte eigentlich so zwei bis drei Stunden ein Fenster geben, an dem wir trocken Lahr besuchen können. Das Wetter ist aktuell dermassen Wechselhaft, dass die Prognosen im Halbstundentakt ändern... Wie lassen und von unserem Plan nicht abbringen. Räder raus, aufsitzen und die sieben Minuten in die Stadt radeln. ​
Lahr ist überraschenderweise grösser als wir erwartet haben, aber trotzdem recht übersichtlich. Eine schöne Altstadt mit gepflegten alten Häusern, vielen Restaurants und Läden. Wir können unseren Stadtspaziergang machen und zack - regnet es wieder. Den Kaffee in der Eisdiele, draussen unter der Markise sitzend und somit vom Regen geschützt, haben wir uns verdient. Auf diese Weise sitzen wir den Regenschauer sprichwörtlich aus. Eine knappe Stunde später ist der Spuk wieder vorbei. Der Kaffee ist getrunken, die Zeche bezahlt und wir schwingen uns auf die Räder und fahren im trockenen zurück zum Stellplatz. Räder in der Heckgarage verstauen, rein in die warme Stube und... schon regnet es wieder.
Bild
Teile der alten Stadtmauer findet man in der historischen Stadt Lahn an einigen Orten. Ein Stück befindet sich im 1. UG der Eisdiele in der wir den Regenschauer mit Kaffee trinken überbrückt haben. Die beiden Türen im Hintergrund sind die Gästetoiletten. Man kann ein Gebäude auch um die Stadtmauer herum bauen ;-)
25.-29. April - Offenburg
Nur rund 30 Autominuten weiter nördlich von Lahr befindet sich Offenburg. Auch dort gibt es einen Gemeindestellplatz, welchen wir anfahren werden.
Der Stellplatz befindet sich nur wenige Minuten mit dem Fahrrad von der Altstadt entfernt und liegt wunderbar idyllisch am Gifizsee.
Obwohl auch in Deutschland die Osterferien diese Woche grösstenteils zu Ende gehen, sind die Stellplätze herrlich wenig besucht. Auch hier können wir uns den für uns schönsten Platz aussuchen. Der Platz kostet ebenfalls knapp 10.- Euro und muss, was etwas doof ist, mit einer Parking-App bezahlt werden. Keine Kreditkarte, kein Bargeld sondern wirklich nur mit der App. Es stehen diverse Apps zur Verfügung und ich lade mir die EasyPark App herunter. Ich habe das Gefühl, dieses Logo schon ein paar Mal gesehen zu haben und hoffe, wenn wir wieder mal nur per App bezahlen können, dass EasyPark dann die richtige Wahl war und dort auch akzeptiert wird. Grundsätzlich ein etwas doofes System. Stehen doch auch viele Nichtdeutsche Nutzer auf den Stellplätzen und müssen dann jeweils eine App herunterladen. Irgendwie nicht so durchdacht. Zudem kostet es noch eine Gebühr, die der App-Betreiber einbehält. Aber trotzdem ist es wunderschön hier. Wir stehen wieder auf einer grosszügig bemessenen Parzelle, mit direktem Blick auf den See.
Wir müssen zum Friseur. Dringend. Google Maps hilft einmal mehr weiter und wir finden einen Coiffeur, bei welchem man sogar Online buchen kann. So müssen wir uns nicht telefonisch mit einer Fremdsprache rumschlagen um uns anzumelden. OK stimmt, wir sind ja in Deutschland - denke das hätten wir geschafft ;-) Wie auch immer. Für mich gibt es noch Termine an diesem Samstag, also buche ich für 13.30 Uhr meinen Haarschneidetermin. Der Jungstylist, wie er auf der Homepage beschrieben wird, hat das super gemacht. Gesprochen hat er nicht besonders und viel und ich glaube fast, mein Deutsch war besser als seines. Das Ergebnis lässt sich aber sehen und Sandra hat mir den Auftrag mitgegeben, für Sie ebenfalls einen Termin für Montag zu vereinbaren. Waschen, schneiden, Ansatz färben. Gesagt getan: Montag, 14.00 Uhr. Aber bei einer Kollegin, nicht beim Jungstylisten. Vielleicht besser so - wir sehen es dann am Montag.
Bild
18.- Euro hat der neue Haarschnitt gekostet - mir gefällt es.
Am Sonntag scheint endlich mal den ganzen Tag die Sonne, wie es schon für Samstag prognostiziert war. Leider war der Samstag zwar mehrheitlich trocken, aber nicht wirklich sonnig. Unser Solarteststromertragsexperiment kann jetzt auch bei mehrstündigem Sonnenschein noch fortgesetzt werden. Unser vorläufiges Fazit. Bei viel Bewölkung und Regen, wie wir es in Lahr hatten, konnten wir etwas mehr als einen Tag locker von der Batterie und dem Solarertrag "leben". Um sicher zu gehen, sind wir dann noch an den Strom und bei der anschliessenden Fahrt wurde die Batterie dann wieder vollständig geladen. Bei wesentlich mehr Sonnenschein und entsprechend höherem Solarertrag, stehen wir nun in Offenburg bereits den zweiten Tag ohne externe Stromversorgung. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und wissen nun endlich, was unsere Solaranlage so zu leisten im Stande ist. Letzten Sommer/Herbst stimmte leider etwas an den Einstellungen nicht, so konnten wir tatsächlich erst jetzt den Härtetest machen. Ein weiterer Härtetest, den unser Liner for Two erfolgreich bestanden hat.
Sonntägliche Radtour bei herrlichem Wetter rund um den Gifiz-See.
Direkt neben dem Stellplatz, in der "Badi" gibt es eine tolle Beach-Bar. Wir kochen ja meistens selber und gehen selten auswärts essen. Irgendwie fehlt uns meistens die Lust, am Abend noch aus dem "Haus" zu gehen. Aber wenn das Gute liegt so nah, können wir dann halt doch nicht anders. Es war ein schöner Frühlingsabend in wundervollem Ambiente. Und der Flammenkuchen war extrem lecker.
Den Montag lassen wir gemütlich angehen. Aufstehen, Kaffee trinken, Zeitung (online) lesen, die vormittägliche Sonne geniessen, duschen, ein Yoghurt essen und um 14.00 Uhr in die Stadt. Friseurtermin steht an. Während Sandra beim Coiffeur ist, fahre ich mit dem Rad zum Obi Baumarkt. Wir brauchen so ein Pizzaschaufel-Ding. Wir haben noch zu Hause eine Pizza-Stein für den Grill gekauft. Der erste Versuch ging so ziemlich in die Hosen. Der Teig total verbrannt und schwarz. Ungeniessbar. Mehr Details oder Bilder dazu gibt es nicht. Aber das Versprechen, dass wir es nochmal versuchen und wenn es klappt, gibt es dann auch Fotos der köstlichen Steinofen-Pizza... Dann zum Lidl einkaufen, zurück zum Stellplatz, alles verstauen und wieder in die Stadt. Kurzer Spaziergang durchs "Städtle" und ein paar Fotos für diesen Bericht gemacht. Dann sind schon zwei Stunden um und Sandra sicher bald fertig gestylt.
Impressionen von Offenburg - eine schöne Stadt, bei tollen Frühlingswetter.
29. April-05. Mai - Reutlingen
Mitte Mai haben wir in Aulendorf einen Werkstatttermin um die Aufbau- und Dichtigkeitskontrolle durchführen zu lassen. Deshalb fahren wir nicht mehr weiter nördlich sondern in Richtung Osten. Unsere nächste Etappe ist Reutlingen.

Die Homepage der Stadt sagt folgendes:

Für die einen ist sie die jüngste Großstadt Baden-Württembergs – für die anderen die schönste! Denn Reutlingen ist mehr als eine der wenigen europäischen Großstädte in einem UNESCO-Biosphärenreservat. Reutlingen ist mehr als die einstige freie Reichsstadt. Und Reutlingen ist auch mehr als die engste Straße der Welt.
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Dann schauen wir die nächsten Tage mal selber, was Reutlingen mehr bietet als andere Städte.
Nach rund 2 1/2 Stunden fahrt bei schönstem Frühlingswetter kommen wir knapp 30 Minuten später als geplant in Reutlingen an. Ausgerechnet in einer Autobahnbaustelle hat ein LKW eine Panne und steht auf der rechten der beiden Fahrspuren. Es ist "noch" keiner dieser Megastaus, wie es sie auf deutschen Autobahnen oft gibt. Es sind einfach knapp 30 Minuten stehender Kolonnenverkehr. Wir sind aber so oder so rechtzeitig dran und fahren nach dem Mittag auf den Stellplatz. Auch hier wieder genügend Platz. Wir lassen die Abwassertanks ab, füllen Frischwasser auf und richten uns häuslich ein.
Wäre noch spannend zu Wissen, wie lange der Stau am Ende wurde, während wir schon gemütlich auf dem Stellplatz sassen.
Der Stellplatz ist zwar am Stadtrand gelegen, aber es gibt in unmittelbarer Umgebung viele Lebensmittelläden. So haben wir heute auch keinen Grosseinkauf gemacht - von den schweren Sachen wie Getränken haben wir noch genügend an Bord, sondern fahren nach der Ankunft "schnell" mit den Bikes in den Lidl. Schnell ist dann halt immer so eine Sache. Aus zwei Minuten fahrt in den Lidl, so 15 Minuten einkaufen und wieder zwei Minuten zurückfahren sind dann 2 1/2 Stunden geworden. Der Grund: Ein paar Meter vor dem Laden reisst bei Sandras Velo die Kette... Also in den Notfallmodus schalten und reagieren. Fahrrad abstellen und abschliessen. Sandra geht in den Lidl und ich mit der Kette im Gepäck zurück zum Wohnmobil. Mal schauen, ob ich das provisorisch wieder hinbringe mit dem richtigen Werkzeug. Leider ist ein Kettenglied so verbogen, dass ich es zwar wieder zusammenbekomme. Aber so richtig gut wird das nicht. Aber evtl. hält es ja, bis zur nächsten Fahrradwerkstatt - diese ist etwa 7 Fahrrad-Minuten entfernt - das wäre auch zu Fuss, Radstossenderweise, noch machbar. Zurück zum Lidl, die "geflickte" Kette und das Werkzeug im Gepäck. Kette montieren, zwei, drei Radumdrehungen von Hand gemacht und peng. Die Kette reisst (wie befürchtet) wieder. Nächster Plan: Die Werkstatt. Wir versuchen "Abschleppwagen" zu spielen. Ich fahre und Sandra hält sich hinten an meinem Velokörbli fest. Das klappt sogar und wir kommen relativ zügig und sicher in der Stadt an. Ich parkiere mein Bike in der Stadt und Sandra wird in einer Gartenbeiz "parkiert". Die restlichen paar Meter zum Velohändler mache ich zu Fuss und im Trottinettmodus. Der Velomech ist leider "nur" eine Selfservice-Veloflick-Station. Das bringt mir nichts. Nicht gut genug geschaut in Google-Maps. Zum nächsten richtigen Mech sind es nochmal etwa 10 Minuten. Ich trottinettle also weiter und komme beim Händler an, der mich erstaunt anschaut und mir mitteilt, er verkaufe seit vier Monaten nur noch. Die Werkstatt sei geschlossen - FACHKRÄFTEMANGEL!!! Er zeigt mir eine richtige Werkstatt - nochmal 15 Minuten schieben und trottinettlen. Es gehe aber eher bergab, meint der freundliche, werkstattlose Velohändler. Ich komme an der Werkstatt an und Hallelujah, die haben noch Velomechaniker, machen nicht lange Theater und flicken meine Kette. 15 Minuten und 4.95 Euro später, kann ich wieder losfahren. Die schwarzen Hände durfte ich auch noch waschen. Sandra in der Stadt abholen und mit den Einkäufen und zwei intakten Bikes zurück zum Stellplatz. Das Bier zum Apero hat heute noch besser geschmeckt als sonst ;-)
Die schwarzen Fingernägel sehen heute wieder sauber aus, das Bild war nach dem Händewaschen! Die Werkstatt läuft super. Während der kurzen Wartezeit sind fast ununterbrochen Radfahrer zugefahren. Mit Termin, ohne Termin, mit Defekten oder auch ein Herr nur mit (dummen) Fragen.
Donnerstag ist der 01. Mai. Der "Tag der Arbeit". In Deutschland mit seinen starken und mächtigen Gewerkschaften ein wichtiger Feiertag und die Läden im ganzen Land sind geschlossen. Wir beschliessen, den Tag gemütlich auf dem Stellplatz zu verbringen, vielleicht eine kleine Spritztour mit den Rädern zu machen, aber eher nicht in die Stadt zu gehen. Wir haben keine grosse Lust, am Ende mitten in einer Velodemo zu landen und den Gewerkschaftsfahnenschwingenden und mit Trillerpfeiffen bewaffneten (so kenne ich es aus dem TV, wenn die deutschen Gewerkschaften unterwegs sind) 1. Mai-Demo-Umzugsteilnehmern zu begegnen. So lassen wir es uns erst mal gutgehen. Der Bäcker in der Nähe hat bis 11.00 Uhr geöffent. So gönnen wir uns ein feines Gipfeli zum Frühstück. Nach dem Mittag gehts dann bei schönstem, eher Sommer- als Frühlingswetter, mit dem Rad auf den Waldweg neben dem Stellplatz. Wir fahren einfach mal drauf los. Vorbei am Tennisplatz, den Volleyballfeldern, dem Freibad, das erstaunlich gut besucht ist an diesem Feiertag und dem Fussballstadion. Der Weg war eher kurz und wir sind bereits an einem grossen Parkplatz angekommen und schauen mal, was es in der Nähe noch so zu erkunden gibt. Die "engste Strasse der Welt" am Rande der Altstadt, da zwängt sich der 1. Mai Umzug mit Sicherheit nicht durch. Also fahren wir los und schauen uns diesen eher kuriosen Ort, der es ins Guiness Buch der Rekorde geschafft hat an.
Extra nach Reutlingen fahren würden wir sicher nicht für diesen Ort. Aber wenn man schon mal da ist. Auf jeden Fall haben wir es getan. Wir sind durch die engste Strasse der Welt gelaufen.
Auf der Fahrt zur "engsten Strasse der Welt" haben wir Musik gehört. Die Neugier hat uns dann doch gepackt und wir sind mal in Richtung der Musik gefahren. Ein tolles kleines Fest auf dem Marktplatz mit einer tollen Live Band, die gute, rockige Coverversionen bekannter Hits spielte erwartete uns. Die Gewerkschaften waren mit Ständen vor Ort. Fahnen und Trillerpfeiffen haben wir weder gesehen noch gehört. Ein friedliche Volksfestatmosphäre ohne viel Polizei. So geht
​1. Mai also auch ;-)
Zurück auf dem Stellplatz besprechen wir die weitere Reise. Wir entscheiden, bis über das Wochenende hier zu bleiben. Der Platz in Reutlingen gefällt uns super.
Ein üppiges Feiertagsmahl: Nürnberger Bratwürste, Kartoffeln, Knoblibrot und Salat. Wir haben fast alles aufgegessen ;-)
Den verregneten Samstagvormittag nutzen wir, um ein paar Dinge zu erledigen, die wir schon lange in Angriff nehmen wollten. Das Wetter war aber in den letzten Tagen einfach zu schön dafür. Heute hat es gepasst.
Unsere Dusche tropft schon seit dem ersten Tag ganz leicht aus der Brause. Ich habe das schon mal in der Werkstatt angesprochen und es wurde mir gesagt, das sei ein bekanntes Problem. Soll heissen, da machen wir nichts dran... naja, ganz zufrieden war ich damit nicht, aber schlimm war es auch nicht. Und die paar Tropfen gingen ja jeweils in die Duschtasse und konnten keinen Schaden anrichten. Auf der aktuellen Reise wurde es jetzt aber immer heftiger. Das Wasser tropfte sogar aus dem Mischer. Und dann, plötzlich und wie aus heiterem Himmel hatte ich die Erleuchtung. Ich bin ja ursprünglich gelernter Sanitär Installateur mit jahrelanger Erfahrung als Service Monteur (auch wenn meine letzte Reparatur Jahrzehnte her ist). Gelernt ist gelernt und so mache ich mich daran, die komischste Duscharmatur, die ich je gesehen habe auseinanderzubauen. Als Werkzeug braucht es genau einen Schraubenzieher. Der Rest dieser Plastikarmatur kann von Hand auseinandergeschraubt werden. Mischerpatrone raus, von Hand etwas reinigen, reinpusten (hat den Hausfrauen früher viel Eindruck gemacht und ich konnte gleich wieder eine Viertelstunde mehr auf dem Rapport aufschreiben), Patrone einsetzen, alles zusammensetzen und siehe da. Problem gelöst. Nichts tropft mehr. So sollte das eigentlich ab Werk ausgeliefert werden ;-)
Wie oft habe mir den Kopf gestossen an den echt heftigen Kanten in der Heckgarage. Deshalb haben wir schon zu Hause ein Kantenschutz Set gekauft und jetzt eingebaut. Besonders schön ist es nicht und es verhindert auch nicht, dass ich den Kopf nicht mehr anschlage. Aber es tut nicht mehr ganz so fest weh...
So haben wir den regnerischen Samstag gut genutzt - am Montag gehts dann weiter. Unser nächstes Ziel ist Ulm. Mal schauen, wie es uns dort gefällt. Von Reutlingen können wir jedenfalls sagen: Der Stellplatz gefällt uns super und was die Homepage der Stadt so vielversprechend anpreist, können wir bestätigen. Es hat uns gefallen in Reutlingen.
05.-08. Mai - Neu Ulm / Ulm
Am Montag brechen wir wie geplant auf und verlassen Reutlingen in Richtung Neu Ulm/Ulm. 
Ulm ist eine Grossstadt mit rund 130 000 Einwohnern und liegt in Baden-Würtemberg. Die Universitätsstadt liegt an der Donau am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb an der Grenze zu Bayern. Der Wohnmobilstellplatz, der dieses Jahr auf rund 95 Stellplätze erweitert wurde, liegt direkt an der Donau Therme und bietet alles was das Camperherz begehrt. 
Das Wetter hier in der Region Süddeutschland ist schlechter geworden und es ist wieder recht kühl. Die Fahrt dauert nicht lange und geht mehrheitlich über Hauptstrassen, vorbei an schönen, blühenden Rapsfeldern. Sie sehen schön aus diese gelben Felder - würde es nicht die ganze Fahrt über regnen, wäre der Anblick noch fantastischer.
Den Rest des Montags verbringen wir, dem Wetter geschuldet, im Wohnmobil. Etwas lesen, Blog schreiben, wieder mal intensiv mit der Insta360 Videokamera beschäftigen (die ich jetzt langsam aber sicher im Griff habe, so dass wir ab und zu auch mal ein Video hochladen können), kochen, essen, TV schauen und schon bald ist es wieder Zeit ins Bett zu gehen. Die Tage vergehen wie im Fluge.
Am Dienstag besuchen wir Ulm. Die Fahrt mit dem Rad dauert etwa 10 Minuten. 10 kalte Minuten. Wir haben aktuell so um die 6 bis 8 Grad und es pfeifft einem ein kühler Wind um die Ohren. So beschliessen wir, die Räder gar nicht auszuladen und fahren mit dem Bus, der direkt vor dem Stellplatz hält, in die Stadt zu fahren. Eine gute Entscheidung und kuschelig warm, im Bus.
Die Stadt ist bekannt für ihr imposantes, gotisches Münster, dessen Kirchturm mit 161,53 Metern der höchste der Welt ist. 
Das Ulmer Rathaus zählt nicht zuletzt wegen der Fassanden-Wandmalereien und einer astronomischen Uhr zu den herausragenden Baudenkmälern der Stadt Ulm.
Bild
Wer noch D-Mark zu Hause hat und Raucher ist hat Glück und kann im Tabak-Lädle einkaufen wie zu früheren Zeiten. ​
08.-12. Mai - Bad Waldsee
Die Reise von Neu Ulm nach Bad Waldsee dauert knapp 45 Minuten. Das Wetter wird merklich besser. Nachts ist (und bleibt es auch die nächsten Tage) noch recht kühl. Aber tagsüber, wenn die Sonne scheint, was sie von Tag zu Tag länger und intensiver macht, ist es herrlich angenehm. Wir müssen inzwischen sogar die Markise ausfahren, damit wir ab und zu am Schatten sitzen können, so intensiv und herrlich warm sind die Sonnenstrahlen. So schnell kann es gehen: Vor ein paar Tagen noch in der dicken Daunenjacke einen Stadtbummel gemacht und ein paar Tage später im Gartenrestaurant ein Glace genossen.
Über Bad Waldsee haben wir auf einer früheren Reise bereits ausführlich berichtet. Hier deshalb nur noch ein paar Impressionen:
-Von Sandra selbst gepflückter Blumenstrauss von der Wiese neben dem Wohnmobil
-Blick vom anderen Seeufer auf die "Sky Skline" von Bad Waldsee
-lecker Eis essen und die Sonne geniessen

12.-13. Mai - Aulendorf

Am Morgen verlassen wir Bad Waldsee und machen uns auf die kurze Reise, rund 15 Minütige Reise nach Aulendorf. Wir haben einen Werkstatt-Termin bei RMZ Oberschwaben für die jährliche Dichtigkeits- und Aufbauprüfung. Ebenfalls gibt es einige Garantie arbeiten zu erledigen. Nichts wirklich dramatisches - ausser vielleicht die Toilette, die ausgerechnet heute Morgen kaputt geht. Beim Spülen läuft das Wasser unter der Toilette hervor. Hoffen wir, dass diese Arbeit auch gerade erledigt werden kann. Dann wäre das Timing für einen Defekt hervorragend. Vor und nicht nach dem Werkstatttermin ;-)
Die Firma RMZ Oberschwaben ist umgezogen. Die Werkstatt befindet sich neu direkt im Städtchen Aulendorf, was für uns wesentlich besser ist. So können wir die Räder ausladen und etwas die Stadt anschauen. Beim alten Standort war jetzt wirklich nichts rundherum ausser Felder, Wiesen und Landstrassen. Den Radtrip vom letzten Werkstattbesuch nach Biberach vergessen wir vermutlich nie. Da haben wir uns von der Fahrdauer und dem Streckenprofil her ziemlich viel vorgenommen. Da ist der Standort Aulendorf schon besser. Zudem haben wir noch mit Kai Riess, unserem Verkäufer bei Carthago, zum Kaffe abgemacht. Also nichts wie los zu Carthago. 
Das Werksgelände von Carthago ist jedesmal wieder imposant und wir staunen über die Grösse des Geländes und die Millionen Euros die dort in Form von Neuwagen herumstehen. Das Treffen mit Kai Riess war wie immer schön und angenehm und wir haben uns gut unterhalten. Natürlich sind wir auch noch etwas durch den Werksverkauf geschlendert und haben die anderen Carthago Modelle angesehen. Wir würden uns auch heute wieder für den Liner for Two entscheiden, obwohl die anderen Modelle natürlich auch sehr schön sind.
Den restlichen Tag haben wir genutzt um in Aulendorf etwas essen zu gehen und die (eher wenigen) Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Schön sind vor allem der Park hinter der Schlossbrauerei und die Aussicht über die Stadt vom Schloss aus. Gegen Abend haben wir dann den Wagen wieder abgeholt. Die Toilette konnte repariert werden, das Ablaufventil in der Küche ist auch wieder top und einige Kantenumleimer halten jetzt wieder. Die Aufbau- und Dichtigkeitskotrolle waren ebenfalls erfolgreich, so dass wir unsere Reise, die bald endet, fortsetzen können. Zunächst fahren wir aber zurück nach Carthago und übernachten dort auf den Firmeneigenen Stellplatz.

13.-16. Mai - Wangen im Allgäu

Wir haben noch ein paar Tage Zeit, bevor wir nach Hause müssen. Ein 60. Geburtstag steht an und da wollen wir unbedingt dabei sein und das Geburtstagskind hochleben lassen. 
In Wangen im Allgäu haben wir einen schönen Stellplatz gefunden, der uns im Internet sehr gut gefallen hat. Also fahren wir die knapp 60 Minuten in südlicher Richtung und entscheiden uns vor Ort, ein paar Tage zu bleiben. Der Stellplatz, welcher von der Gemeinde betrieben wird, lässt keine Wünsche offen und ist topmodern. Wir nutzten sogar ausnahmsweise die Dusche, welche der Stellplatz bietet. Normalerweise duschen wir im Auto, aber ab und zu ist es halt auch schön, nicht auf den Wasserverbrauch achten zu müssen und es einfach zu geniessen. Vor allem, wenn alles so neu und sauber ist wie hier in Wangen.
Die letzten Tage unsere Reise verbringen gemütlich beim chillen auf dem Stellplatz. Wir geniessen das schöne Wetter und fahren auch zweimal mit den Rädern in das wirklich schöne und gemütliche Städtchen. Wangen hat eine grosse und lange Geschichte. Der Ort wurde um das Jahr 500 gegründet und wird zum ersten Mal im Jahr 815 in einer Urkunde des Kloster St. Gallen erwähnt. So gibt es wirklich an jeder Ecke schöne und gut erhaltene Altstadthäuser und Sehenswürdigkeiten, Brunnen und Skulpturen zu bestaunen.
Abschliessend können wir nur noch erwähnen, dass auch diese Reise wieder sehr aufregend und abwechslungsreich war. Auch wenn unsere Tage nicht vollgepackt sind mit Aktivitäten und Action, so vergeht die Zeit dennoch immer viel zu schnell. Wir freuen uns viele weitere Reisen und hoffen, dass wir euch etwas von unserer Freude rüberbringen können mit den Beiträgen auf unserer Homepage.
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